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Stand: Februar 2026

Die sehnsüchtig erwartete wirtschaftliche Erholung Syriens gestaltet sich nach wie vor schleppend. Nach den schweren Erdbeben 2023 und den blutigen Auseinandersetzungen im Gazastreifen 2024 mit weiteren massiven Zerstörungen in der unmittelbaren Region kam es im Dezember 2024 in Syrien zu einem unerwartet raschen, weitgehend widerstandslosen politischen Umsturz. Die zunächst vor allem von der Jugend des Landes und von internationalen Medien bejubelte Erneuerung lässt allerdings auf sich warten. Nach der anfänglichen Euphorie erfolgte die ernüchternde Erkenntnis, dass eine Neugestaltung des Landes Zeit braucht und dass es für das Gelingen des Aufbaus der medial angekündigten liberalen Gesellschaft mit Toleranz gegenüber Minderheiten und unter Miteinbeziehung aller Gruppen leider keine Garantie gibt.

Die syrischen ChristInnen, allen voran die jungen HelferInnen-Teams als örtliche Partner der Korbgemeinschaft, die sich ausgehend von Aleppo seit Februar 2023 an mittlerweile zehn Standorten gebildet haben, betrachten die herausfordernde Lage auch als Chance, um zu zeigen, wie viel Gutes die Werke christlicher Nächstenliebe bewirken können. Gleichzeitig achten diese Gruppen mutig und entschlossen darauf, dass die von der neuen Administration versprochene Toleranz und Inklusion tatsächlich gelebt und eingehalten werden. Wir sind unbeschreiblich stolz auf den Mut und das Gottvertrauen unserer Vor-Ort-Partner.

Die Schwerpunkte unserer Hilfsaktivitäten 2024 und 2025 waren maßgeblich durch die ständig neuen Herausforderungen geleitet. Wir stellen uns auch für 2026 darauf ein, dass Planungen bis zu einem gewissen Grad flexibel bleiben müssen, um rasch auf Veränderungen der Lage und der Rahmenbedingungen reagieren zu können.

Hilfestellung für die örtlichen HelferInnen-Teams der Korbgemeinschaft

  • Ausgehend vom ersten Team in Aleppo sind mittlerweile zehn Vor-Ort-Partnerteams entstanden, nämlich in Aleppo, Safita, Latakia, Sadad, Homs, Damaskus, Maarouneh, Tartous, Hauran und Zabadani. Für diese Teams konnte Großteils die Infrastruktur, vorwiegend Räumlichkeiten, Büromaterial und -geräte, für das gemeinsame Arbeiten geschaffen werden;
  • Zum Austausch von Erfahrungen und „Best Practices“ und zur Stärkung des Zusammenhalts und des Durchhaltevermögens in schwierigen und teilweise gefährlichen Phasen, Ermöglichung eines jährlichen Treffens aller zehn Teams;
  • Bereitstellung von Geldbeträgen und humanitären Gütern zur gerechten und kontrollierten Verteilung durch die christlichen Teams, damit die Ärmsten in den jeweiligen Pfarreien Hilfe bekommen;
  • Ständiger Austausch mit den Teams der HelferInnen, Dokumentation der Aktivitäten, Verteilerlisten, Fotos, Videos, Feedback von Betroffenen;
  • Spendenaufrufe und Sammeln von Unterstützungen, damit der „Korb“ der Nächstenliebe immer wieder nachgefüllt wird;  

Weiterführung der Hilfsgütersammlungen mit Fokus auf den jeweils am dringendsten benötigten Artikeln

  • Nach wie vor wird Folgendes benötigt: Warme Bekleidung, feste Schuhe, warme Decken, Bettzeug, Matratzen, robuster Hausrat, intaktes Kleinwerkzeug aller Art, Geh- und Pflegebehelfe für Alte und Verletzte, Baby- und Kindersachen. Zusätzlich zu den Second-Hand-Hilfsgütern werden auch Finanzierungshilfen für die Container-Transportspesen benötigt. Derzeit liegen diese bei ca. EUR 5.500 pro 40-Fuß-HC-Großcontainer;
  • 2024 gelang es, fünf, wie immer randvoll gefüllte, Container (vier aus Österreich, einen aus Deutschland) auf den Weg zu bringen; 2025 waren es sechs aus Österreich und einer aus Bayern. Für diese Arbeiten freuen wir uns über jedes Angebot ehrenamtlicher Unterstützung;  
  • Ein Raum im Gebäude der „Bäckerei der Gnade“ in Maarouneh nordöstlich von Damaskus dient nach wie vor zur Vorsortierung und Lagerung der vielen Hilfsgüter, bevor diese dann an die jeweiligen Zielorte verteilt werden (Pflege- und Altenheime, Kindergärten, Schulen, arme Familien, usw.)

Bauarbeiten, Gebäudereparaturen und Sanierungen (zumeist längerfristige Vorhaben)

  • Ein Hauptprojekt war die Renovierung einer Gästehaus-Anlage der Lazaristen für Erholungsaufenthalte für behinderte Menschen und deren betreuende Familienangehörige im Küstendorf Kafar Seta ca. 30 km nördlich von Tartous;
  • Aufstockung der Bäckerei der Gnade, ein erstes Obergeschoß zur Aufnahme und Sortierung unserer humanitären Hilfsgüter von den Containertransporten, ein zweites Obergeschoß für die Zwischenlagerung von Großhandelslieferungen und von örtlichen Eigenerzeugnissen für die SOMA-Läden;
  • Sanierung von zwei Schulen und einer Vorschule (Kindergarten) in Sadad für SchülerInnen bis zur 9. Schulstufe;
  • Erweiterung einer Solaranlage auf dem Dach der Al-Inayeh-Schule in Aleppo, um zusätzlichen Strom für die Schule und für zwei Räume des örtlichen HelferInnen-Teams sicherzustellen;
  • Solaranlage für die Kirche St. Therese in Aleppo.
  • Die wichtigste Trinkwasserpumpe der Ortschaft Maarouneh, die auch das Wasser für die Brotproduktion der „Bäckerei der Gnade“ bereitstellt, ging 2024 kaputt und wurde erneuert;
  • Suche nach geeigneter Wasserquelle und Bohrarbeiten für einen Brunnen vor allem für landwirtschaftliche Nutzung;

Diverse Unterstützungen für das tägliche Überleben

  • Für besonders arme Familien wurden und werden weiterhin Hilfspakete mit Grundnahrungsmitteln sowie Hygiene- und Babyprodukten organisiert; in etlichen Fällen werden Mietzuschüsse zur Vermeidung von Obdachlosigkeit gewährt; Diese Form von Nothilfe wird sowohl von KleinspenderInnen als auch von mehreren Hilfswerken unterstützt;
  • In Härtefällen bemühen wir uns weiterhin, dringende medizinische Eingriffe bzw. Medikamente zu unterstützen;
  • Osterpakete für arme Familien, darin enthalten auch Eier und Hühnerfleisch;
  • Unterstützung von Witwen und Waisen und von Müttern mit behinderten Kindern;
  • Förderung von einkommensschaffenden Aktivitäten, speziell für Frauen, die nach und nach selbsttragend werden sollen;
  • Hilfe für Binnenflüchtlinge 2024 beim Einmarsch der Islamisten in Aleppo;
  • Unterstützung für verarmte Priester, damit sie ihrer Berufung weiterhin treu bleiben können und Zuschüsse zu den Mobilitätsausgaben, damit die seelsorglichen Aufgaben auch in weit verstreuten Pfarreien erfüllt werden können;
  • Winternothilfe;
  • Kauf von Ziegen;
  • Unterstützung der Gehälter von kirchlichen Angestellten, auch von Pflegekräften in einem Altenheim;

Bäckerei der Gnade

  • Aufgrund der ständigen wirtschaftlichen Rückschläge benötigte der Betrieb der Bäckerei bis einschließlich 2024 Zuschüsse zur Deckung der operativen Kosten. Mittlerweile sind diese Kosten weitgehend ausgeglichen, es bleibt jedoch Unterstützung notwendig für größere Reparaturen, Verschleißteile und Instandhaltungsarbeiten;

Sozialmärkte (SOMA-Verkaufsläden)

  • Planung von mehreren SOMA-Läden in bestehenden Gebäuden; Eröffnung des ersten SOMA-Ladens Ende 2025 in Maarouneh; weitere bevorstehende Inbetriebnahmen 2026 im Tal der Christen (Mashta-Azar und Safita), je nach Erfolg später eventuell auch in Latakia, Damaskus und an anderen Standorten;
  • Die SOMA-Läden stehen zahlenden Kunden und bedürftigen Menschen gleichermaßen zur Verfügung, wobei Letztere von der Korbgemeinschaft bestimmte Einkaufsguthaben erhalten. Dadurch sollen SOMAs auf längere Sicht selbsterhaltend werden.

Diverse Pläne und Projektfortsetzungen

  • Unterstützung von kirchlichen Kindergärten und Schulen (Renovierungen, Zuschüsse zu den Gehältern der PädagogInnen);
  • Schulmaterial, Zuschüsse zu Schul- und Studiengebühren für Kinder sehr armer Familien;
  • Kooperationen für medizinische Hilfe;
  • Reparaturen und technische Verbesserungen an Kirchen und Pfarrgebäuden;
  • Unterstützung von Pfarrern, damit diese ihre sozialen und pastoralen Aufgaben erfüllen können;
  • Unterstützung für Pfadfindergruppen und Sommerlager für Kinder, Jugendliche und KatechetInnen;
  • Vermittlung von gebrauchten bzw. Ankauf neuer Landwirtschaftsmaschinen;
  • Vermittlung von handwerklichen Geräten und Werkzeugen für Klein- und Familienunternehmen;
  • Landwirtschaftsprojekte mit Schaffung von Arbeitsplätzen, speziell auch für Frauen (z.B. Verarbeitung und Veredelung von Produkten)

DEINE/IHRE Hilfe

Wir sind dankbar für JEDE Unterstützung, sei sie materiell oder ideell, durch Geld- oder Sachspenden, durch Ideen, Anregungen, Kontaktvermittlungen und nicht zuletzt für Gebet und Fürsprache.

Angesichts des anhaltenden Bedarfs an Hilfsgütern suchen wir dringend zusätzliche helfende Hände für das Zusammentragen, Sortieren, Verpacken, Zwischenlagern und Verladen der Hilfsgüter in die Transport-Container. Siehe dazu bitte unter dem separaten Menüpunkt „SO HELFEN SIE“.

Im Menüpunkt Was meine Spende bewirkt, finden Sie Bildmaterial zu durchgeführten Projekten. Sehen Sie bitte selbst, wie Ihre Spende lebt, wie sie sich zu Brot und anderen lebensnotwendigen Gütern und Hilfsleistungen wandelt. Ganz direkt, auf Weitergabe-Basis 1:1, auf Augenhöhe unter Wahrung der Würde der EmpfängerInnen und somit dem christlichen Geist der barmherzigen Nächstenliebe verpflichtet.

Wir danken ganz besonders den folgenden Hilfswerken (in alphabetischer Reihenfolge) und allen HelferInnen, die unsere Arbeit bisher unterstützt haben und auf deren Hilfe wir auch in Zukunft hoffen:

  • Bistum Passau (D)
  • CDSS (katholische Diözese Stockholm)
  • Diözese St. Pölten – Osthilfe
  • Dom- und Metropolitankapitel Wien
  • Erik Ager Foundation (Stockholm)
  • Erzbistum Paderborn (D)
  • Erzdiözese München und Freising (D)
  • Gemeinnützige Institution Korbgemeinschaft (Schweiz)
  • Gruppe der deutschen Freunde
  • Gruppe der fremdsprachigen katholischen Gemeinden
  • Gruppe der ungarischen Freunde
  • ICO (Initiative Christlicher Orient)
  • Kath. Administration Missions- und Entwicklungshilfe (St. Gallen/Schweiz)
  • Katholische Arbeitnehmerbewegung St. Lantpert, Freising (D)
  • Kirche in Not Österreich
  • MA 27 der Stadt Wien
  • Medjugorje-Gruppe (Schweiz)
  • Missio München (D)
  • Missio Österreich
  • Pfander-Grieder-Stiftung (Schweiz)
  • private SpenderInnen
  • Zusätzlich gab es viele Initiativen von Pfarren, Sammlungen bei Geburtstagsfeiern, ein Syrienfest, Gratisabholungen und -transporte von Hilfsgütern.

Sehr dankbar sind wir auch für die vielen Sachspenden, für die großen und kleinen Geldspenden, teilweise als Daueraufträge an die Korbgemeinschaft eingerichtet, und für die zur Verfügung gestellte Arbeitsleistung und Zeit der ehrenamtlichen HerlferInnen beim Sortieren, Verpacken, Beschriften und Verladen der zahlreichen Hilfsgüter in die Transportcontainer.

Ein herzliches Vergelt’s Gott!